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Willkommen

Inzwischen sind einige kritische Reaktionen auf meine neu angelegte Internetseite bei mir eingegangen. Diese veranlassen mich, das Konzept noch einmal zu überdenken und zu überarbeiten. Noch ist Zeit für andere Wege, zumindest in einigen Teilbereichen.

So wurde zu Recht angemerkt, dass die kritische Auseinandersetzung mit dem Datenmissbrauch kein geeignetes Thema für eine statische Webseite ist. Dem muss ich nach einigem Überlegen wohl zustimmen. Die ganze Internetlandschaft hat sich gewandelt, ist dynamischer, aber auch kurzlebiger geworden. Außerdem wollen die Besucher sich beteiligen, z.B. in Form von Kommentaren. Ich werde also versuchen, die Diskussion um den Datenmissbrauch auf einen Blog zu verlegen. Da z.B. der Umgang mit Wordpress noch Neuland für mich ist, bemühe ich mich zur Zeit um Hilfestellungen, vor allem, wenn es um das Hochladen auf einen Provider-Server geht. Die Einrichtung eines lokalen Blog-Servers ist dagegen kein Problem, weder unter Windows noch unter Linux.

Facebook scheidet für mich wohl aus. Ich finde es einfach zu abstoßend, wie da irgendein Typ in den USA mit irgendeiner Idee Milliarden scheffelt und dabei die ganze dumpf vor sich hinklickende Welt verarscht. Noch habe ich genügend Selbstachtung, um mich da nicht einzureihen. Ach so: Natürlich wird nicht mehr geklickt, es wird auf Hochglanzscheiben herumgefummelt. Also Berichtigung: Es geht um eine dumpf vor sich hinfummelnde Welt.

Bis der Blog auf irgendeinem Server online ist, werde ich den einen oder anderen Beitrag direkt auf dieser Startseite veröffentlichen. Schweigen kann ich nicht - nicht mehr angesichts dessen, was zur Zeit alles läuft.

Eine weitere Änderung betrifft den Sektor "Fotografie". Mein Anliegen ist es, Einblicke, um die ich mich selber mehr oder weniger erfolgreich bemühe, weiterzuvermitteln. Aber so weit, wie ich es in den ersten Beiträgen zu den Ebenen-Füllmethoden getrieben habe, muss ich besser doch nicht gehen. Ich werde also diese Beitragsreihe neu aufbauen und dabei versuchen, einen Mittelweg zwischen fundamentalen Erörterungen und griffigen Tipps zu finden.

12. Dezember 2014


Dreckige Versicherungsmethoden

Schon vor einigen Wochen habe ich mich entsetzt über die von Apple geplante Gesundheits-App geäußert. Für mich war diese App, in Verbindung mit der entsprechenden Hardware im Smartphone, die Aufforderung zu missbräuchlicher Datenerfassung und Überwachung in völlig neuen Dimensionen.

Wie gesagt, das war vor einigen Wochen. Inzwischen gibt es solche Smartphones mit den entsprechenden Apps, und prompt soll es einer Fernsehmeldung zufolge bereits eine Krankenversicherung geben, die diese "Innovation" ausnutzt. Wer sich gesundheitsorientiert verhält und brav die Übungen absolviert, wird mit einem Beitrags-Bonus belohnt. Natürlich wird das Verhalten kontrolliert und überwacht, eben mit einem Smartphone.

Natürlich war zu erwarten, dass ein derartiger Missbrauch nicht lange auf sich warten würde. Was technisch möglich ist, wird dann, wenn es zum eigenen Vorteil gereicht, auch missbraucht, solange es der gesetzliche Rahmen hergibt. Trotzdem war ich einigermaßen fassungslos und unbeschreiblich wütend, als ich von dieser Versicherungsschweinerei erfuhr. Es darf unter keinen Umständen geschehen, dass das ureigenste, persönliche Verhalten überwacht wird, und die Ergebnisse der Überwachung verwendet werden, um daraus Vor- oder Nachteile irgendeiner Art abzuleiten. Dieses elementare Freiheitsrecht ist so schwerwiegend, die Folgen der Verletzung sind so gravierend, dass nicht einmal das Argument der Freiwilligkeit zieht, erst recht nicht, wenn die Gefahr besteht, dass freiwilliges Verhalten allmählich in allgemeines, "normgerechtes" Verhalten übergeht.

Nun komme mir bitte niemand mit der Begründung, hier gehe es um den Stärkung der Solidargemeinschaft. In erster Linie ist nicht der Einzelne für die Solidargemeinschaft da, sondern umgekehrt hat eine Solidargemeinschaft die Aufgabe, den Einzelnen zu schützen und bei Bedarf aufzufangen. Darin liegt die Stärke der Solidargemeinschaft, und wer hier einfach die Richtung umkehrt, sorgt für die Entsolidarisierung der Gesellschaft.

Natürlich hat jeder, der von der Solidargemeinschaft profitiert, die moralische Pflicht, die Gemeinschaft zu unterstützen und nicht fälschlicherweise zu belasten. Aber, und das ist die entscheidende Prämisse, ein derartiges solidarisches Verhalten muss immer auf freiwilliger Basis erfolgen. Jeder erzwungene oder aufgedrängte Kontrolle und jede daraus abgeleitete Sanktion, egal in welcher Form, demontiert die Solidargemeinschaft um ein Stück. Und was bleibt letzten Endes übrig, wenn man sich einmal dieser Dynamik unterworfen hat?

Ja, obwohl ich persönlich (noch) nicht betroffen bin, erfasst mich kalte Wut. Wut auf die Smartphone-Hersteller Apple und Samsung, die ihre Geräte um des Absatzes willen mit solchem Mist aufrüsten. Wut auf die Versicherungsgesellschaft, die um ihrer Gewinne willen beginnt, die Gesellschaft moralisch auszuhöhlen. Und natürlich Wut auf die Politiker, die immer noch nicht verstanden haben - oder verstehen wollen, dass man nicht mehr so vor sich hinklüngeln kann wie vor 20 Jahren. Die Vernetzung der Welt hat so weitreichende Folgen, dass auch die Politik eine andere werden muss, ein völlig andere. In einem Politikgefüge, das den aktuellen Bedingungen Rechnung trägt, hat der Datenschutz ganz bestimmt eine der wichtigsten Funkionen.

Datenschutz ist Personenschutz.